Erste autonome Buslinie Deutschlands

Im Doppelpack zum Bahnhof - seit dem 7. Oktober 2019 verbinden zwei autonome Busse in Bad Birnbach den Bahnhof mit dem Ortskern. Der erste autonom fahrende Bus im öffentlichen Linienbetrieb ist dort bereits seit 2017 im Einsatz.

Das Projekt hat die Deutsche Bahn (DB) gemeinsam mit dem Landkreis Rottal-Inn und der Marktgemeinde Bad Birnbach in enger Zusammenarbeit mit dem Fahrzeugentwickler EasyMile und dem TÜV Süd auf die Straße gebracht. Am 25. Oktober 2017 startete die erste autonom verkehrende Buslinie Deutschlands im öffentlichen Straßenverkehr mit einem autonomen Bus. Seit dem 7. Oktober 2019 verbinden zwei autonome Busse in Bad Birnbach den Bahnhof mit dem Ortskern und schließen so eine wichtige Verkehrslücke der Marktgemeinde.

Der Betreiber der autonomen Busse ist die Regionalbus Ostbayern GmbH. Als Vorreiter im Bereich des autonomen Fahrens im Öffentlichen Personennahverkehr setzen sich die Projektpartner zum Ziel, umfangreiche Erfahrungen im Betrieb autonomer Kleinbusse zu sammeln, die Technik noch besser kennen zu lernen und die Akzeptanz bei den Kunden zu testen. Der Betrieb der autonomen Kleinbusse in Bad Birnbach wird über mehrere Jahre laufen.

Alles rund um den autonomen Bus:

Der Betrieb

  • Die Fahrten sind bis auf weiteres kostenfrei
  • Fahrgäste können die autonome Buslinie beliebig oft nutzen
  • Es wird ein Ersatzfahrzeug eingesetzt, um Ausfälle bei Wartungen zu vermeiden
  • Der Betrieb läuft über mehrere Jahre

Daten und Fakten zur Strecke

  • Streckenlänge: Die Strecke betrug zum Start 2017 660 Meter, im August 2018 wurde die Strecke um etwa 700 Meter erweitert. Mit Anbindung des Bahnhofs an den Ortskern im Oktober 2019 beträgt die Strecke rund zwei Kilometer
  • Haltestellen: Neuer Marktplatz, Artrium, Rottal Terme, Gries und Bahnhof Bad Birnbach
  • Betriebszeit: Die autonomen Busse verkehren täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr
  • Fahrtdauer: Die Fahrtdauer vom Ortskern zum Bahnhof beträgt rund 18 Minuten

Das Fahrzeug

In Bad Birnbach setzt die DB den fahrerlosen und elektrischen Kleinbus EZ10 des Start-ups EasyMile ein. Das französische Start-up EasyMile mit Sitz in Toulouse entwickelt seit der Gründung im Jahr 2014 Software für den Betrieb autonomer Fahrzeuge. Als führender Technologieentwickler für autonome Busse erprobt EasyMile seit April 2015 den EZ10 an mehr als 60 Standorten in Asien, Nordamerika, im Nahen Osten und Europa.

Der Bus hat...

  • 6 Sitzplätze
  • eine ausfahrbare Rampe und ist barrierefrei
  • eine Batteriekapazität für bis zu 12 Betriebsstunden
  • modernste Technik zur Lokalisierung und Objektwahrnehmung, wie z.B. Lasersensoren, Kameras und ein GPS
  • ein Leergewicht von 2.000 kg und ein zulässiges Gesamtgewicht von 3.000 kg

Funktion und Sicherheit

  • Das Shuttle folgt - wie auf virtuellen Schienen - automatisiert der vorgegebenen Route, die inklusive Haltestellen einmalig per Laserscanner in den Bordcomputer eingelesen wurde.
  • Die Geschwindigkeit ist auf maximal 15 Stundenkilometer und die Personenzahl auf sechs Fahrgäste und den Fahrtbegleiter begrenzt.
  • In Bad Birnbach ist immer ein Fahrtbegleiter an Bord, der bei Bedarf ins Fahrgeschehen eingreifen kann. Das ist beispielsweise dann notwendig, wenn ein sofortiger Stopp ausgelöst wird oder das manuelle Umfahren von Hindernissen per Joystick notwendig ist. Derzeit kann der Kleinbus noch nicht selbstständig von der Route abweichen, um etwa Hindernisse wie parkende Autos zu umfahren.
  • Aus Sicherheitsgründen verkehrt der Bus nicht bei extremen Wetterbedingungen, wie z.B. Sturm oder Starkregen.
  • Das Fahrzeug, Sicherheits- und Betriebskonzept wurden durch den TÜV Süd begutachtet, der auf dem Gebiet des automatisierten Fahrens umfassende Expertise besitzt.

Die Straße

Um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen, wurden an der Strecke folgende Veränderungen durchgeführt:

  • Errichtung einer temporären Geschwindigkeitsbegrenzung, welche aktiv wird sobald der Shuttle auf die Landstraße fährt. Dazu wurden eine Kennzeichenerkennung und digitale Hinweistafeln installiert, die eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30km/h anzeigen, sobald das Fahrzeug identifiziert wurde
  • Fahrbahnverbreiterung auf zwei Streckenabschnitten und Anbringen eines Mittelstreifens
  • Anbringen von Hinweisschildern, um auf den autonomen Kleinbus aufmerksam zu machen
  • Einrichtung von drei Rüttelschwellen, um die Geschwindigkeit des Umgebungsverkehrs zu drosseln

Fahrplan und Kontakt

Hier finden Sie den Fahrplan zum Downloaden. Unsere Kollegen aus der Außenstelle in Pfarrkirchen helfen Ihnen bei Fragen rund um die autonomen Busse auch gerne weiter.